Brettspiel Lexikon

Brettspiel-Lexikon: Spielmechaniken

Von Veröffentlicht am: 03. November 2022
Inhalt

Neben den Genres findet man oft Begriffe in Spielbeschreibungen, mit denen die Spielmechaniken beschrieben werden, die im Spiel eingesetzt werden. Die Liste ist wirklich lang und auch hier kann es zu sehr vielen Überschneidungen kommen. Viele Spiele kombinieren auch verschiedene Mechaniken miteinander.

Da die Liste ein wenig länger ist, versuchen wir die Mechaniken mit wenigen Worten zu beschreiben. Zudem befürchten wir, dass diese Liste alles andere als vollständig ist.

Diese Spielmechaniken lassen sich unbegrenzt kombinieren

Die Spieleentwickler kommen auf immer neue Ideen und sind Meister darin, die genannten Spielmechaniken miteinander zu kombinieren. Hier mal ein paar Beispiele:

  • Carcassonne: Plättchenlegen und Worker-Placement
  • Dune Imperium: Worker-Placement und Deck Building
  • Terraforming Mars: Deck Building, ein Hauch Strategie (auch wenn die öfter mal in sich zusammenbricht), Set Collection, ein wenig Engine Building und Drafting

Ihr seht, ein Spiel kann mehrere Mechaniken nutzen ohne dadurch zu kompliziert zu werden.

Brettspiel-Lexikon: Spielmechanik

4X-Spiele

Das 4X steht für die X in „explore“, „expand“, „expoid“ und „exterminate“, also für Erkunden der Umgebung, Expandieren des eigenen Gebietes, Ausschöpfen von Ressourcen und Vernichten des Gegners. Damit sollte die Spiel-Mechanik erklärt sein, die oft bei Strategiespielen zu finden ist.

Abwurfspiele

Die Spieler versuchen alle Ressourcen, meistens Karten, abgeworfen zu bekommen. Mau-Mau ist so ein klassisches Abwurfspiel.

Action Selection

Die Spieler können aus einer Auswahl von Aktionen auswählen, die sie spielen wollen. Dies wird oft mit einer begrenzten Zahl von „Workern“ oder anderen Ressourcen gesteuert. Durch das Auslösen von Aktionen können meist weitere, stärkere Aktionen im Spiel freigeschaltet werden. Oft wird das mit Workerplacement verwechselt, wobei die Grenzen durchaus schwammig sein können.

Action Points

Meist eingesetzt in Verbindung mit der Action Selection. Nur, dass nun die Ausführung der Aktionen Punkte kostet.

Area Control

Eines der Zielspiele ist es, eine Gegend auf dem Spielplan zu kontrollieren. Dabei kommt meist ein Spielfeld mit einer Karte eines Gebietes zum Einsatz, wo die Spieler sich ausbreiten müssen.

Area Movement

Die Spieler bewegen sich auf einer Karte, auf der es definierte Bereiche für die Bewegungen gibt.

Asymmetrische Spiele

Die Spieler oder ihre Spiel-Charaktere besitzen unterschiedliche Fähigkeiten. Diese verleihen ihnen oft besondere kräftige Eigenschaften aber auch Schwächen bei anderen Spielfunktionen.

Auktion

Die Spieler bieten in einer Auktion auf Ressourcen oder andere Gegenstände im Spiel.

Deck Building

Die Spieler haben verschiedene Karten auf der Hand, die sie ausspielen können. Diese Karten werden als Deck bezeichnet. Beim Deck Building geht es darum, diese Karten immer weiter zu verbessern und zu optimieren. Dazu können Karten zugefügt oder abgeworfen werden. Eine Variante vom Deck Building ist das Bag Building. Hier werden die gesammelten Ressourcen in einem Sack gesammelt, aus dem später blind gezogen wird.

Dice Placemant

Einen Würfel platzieren, um dadurch einen Effekt im Spiel auszulösen oder eine Aktion zu triggern. Dabei dienen die Würfel oft als Worker-Ersatz.

Dice Rolling

Im Spiel werden Würfel halt gewürfelt. Dabei kann das der Kern des Spiels sein, zum Beispiel bei reinen Würfelspielen. Die Würfel können aber auch Nebenrollen im Spiel haben, wo durch das Würfeln etwa die Anzahl von Ressourcen auf einem Markt bestimmt werden oder wie das Wetter wird.

Dungeon Crawler

Bei Dungeon Crawler müssen unbekannte Gebiete erst erforscht werden. Dabei handelt es sich häufig im dunkle Höhlen oder Räume, wo einen dann verschiedene Gegner aber auch Belohnungen erwarten.

Deduction – Social Deduction

Bei diesem Mechanismus müssen die Spieler erst Geheimnisse erforschen, um damit weitere gemeine Informationen entschlüsseln zu können. Das können Geheimnisse von Gegenspielern, Bösewichten im Spiel oder auch von Gegenständen.

Drafting

Beim Drafting kann der Spieler eine Auswahl aus einem Angebot treffen, etwa Karten. Nach seiner Wahl gehen die verbliebenen Karten dann an einen Mitspieler, welcher dann seine Auswahl trifft, und so weiter.

Engine Building

Die Spieler versuchen mithilfe von verschiedenen Ressourcen Gegenstände herzustellen, welche dann wiederum neue oder bessere Ressourcen produzieren. Dabei kann die Produktion solcher Gegenstände über mehrere Runden im Spiel gehen.

Exit Games

Die Spieler versuchen aus verschlossenen Räumen zu entkommen, oder von einer verlassenen Insel zu fliehen. Dazu müssen sie verschiedene Aufgaben erfüllen, Rätsel lösen oder Geheimnisse entdecken.

Flippen

Das Umdrehen von Gegenständen im Spiel. Meist in Verbindung mit Plättchen in einem Legespiel genannt. Werden zuvor ausgelegte Plättchen umgedreht, spricht man vom Flippen. Es können aber auch Karten sein, die geflippt werden oder beliebige andere Gegenstände.

Flip & Writer

Nach dem Umdrehen einer Karte können Aktionen auf einem Spielplan mit dem Stift ausgeführt werden. Ähnlich wie Roll & Write, nur halt mit Karten.

Gleichzeitigkeit / Echtzeit

Die Spieler führen ihre Spielzüge gleichzeitig aus. Dadurch entsteht weniger Wartezeit im Spiel, auch Downtime genannt.

Handel

Im Spiel wird gehandelt. Es werden Waren produziert und verkauft oder man versucht günstig an fertige Waren zu kommen und diese dann mit Gewinn zu verkaufen.

Hidden Objects

In diesen Spielen müssen die Spieler unbekannte Orte oder Objekte entdecken, um im Spiel voranzukommen oder das Spiel zu gewinnen.

Looten

Gegenstände auf einem Spielplan einsammeln. In vielen Dungeon Crawlern kann man Gegenstände oder Geld von besiegten Gegnern looten.

Legacy

Bei Legacy-Spielen verändern sich die Spielregeln im Laufe der Partie. Die Änderungen werden entweder durch Ereignisse im Spien ausgelöst oder bei einer neuen Spielrunde.

Legespiel

Plättchen-Legespiel wäre hier auch eine gute Bezeichnung. Die Spieler müssen Plättchen auslegen, um im Spiel vorwärtszukommen. Wir sagen nur Carcassonne. Noch Fragen?

Memory

Bei diesem Mechanismus geht es darum, dass die Spieler sich Dinge im Spiel merken müssen. Das können verschiedene Spielelemente sein, Orte, Plättchen oder auch, wie viele Ressourcen noch im Spiel sind.

Modular Boards

Das Spielfeld besteht hierbei aus verschiedenen Modulen, welcher zu Spielbeginn zu einem Spielplan zusammengestellt werden. Es kann auch möglich sein, dass solche Spielfelder im Laufe der Partie noch wachsen oder sich verändern.

Multiscorer

Bei Multiscore Spielen gibt es mehrere Möglichkeiten, um an erforderliche Siegpunkte zu kommen und nicht nur „den“ einen Weg.

Open World

Bei diesen Spielen bewegen sich die Spieler frei, in einer offenen Welt, welche frei erkundet werden kann und sich manchmal erst durch Entwicklungen im Spiel entwickelt.

PickUp and Delivery

Dinge im Spiel aufsammeln, transportieren und an einem anderen Ort wieder ablegen, ist das Herz einen PickUp and Delivery Spiels.

Ressourcen Management

In vielen Spielen hat man verschiedene Ressourcen zur Auswahl. Geld, Rohstoffe, Personal, alles was es so gibt. Dummerweise ist oft ein chronischer Mangel an Ressourcen vorhanden, so dass es auf ein gutes Management ankommt, um diese wenigen Ressourcen möglichst gewinnbringend anzulegen.

Roll and Move

Würfel werfen und bewegen. Ähm, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, das ultimativ klassische Roll and Move Spiel.

Roll and Write

Würfel werfen und was aufschreiben. Wer jetzt laut Kniffel ruft, der hat vollkommen recht. Inzwischen gibt es aber noch viel mehr Spiele dieser Art, wo einfach gewürfelt und dann geschrieben wird.

Set Collection

Die Spieler versuchen so viele gleichartige Karten oder Spielsteine zu sammeln oder zu kombinieren.

Stichspiele

Es werden Karten gespielt um sogenannte Stiche zu machen. Bekannte Klassiker dieser Mechanik sind Skat und Doppelkopf. Moderner ist z. B. Jekyll vs. Hyde.

Tile Placement

Ähnlich wie beim Workerplacement werden hier meist Plättchen auf einen Spielplan oder andere Element im Spiel gelegt, welche dann bestimmte Aktionen oder Wertungen auslösen.

Tower Defense

Man sitzt als Spieler an einer Stelle, zum Beispiel in einem Turm, und von außen rollen Angriffswellen von Feinden auf einen zu.

Variable Action Order

Normalerweise ist die Reihenfolge der Spieler oder der Aktionen im Spiel klar definiert. Bei Variable Action Order Spielen kann diese aber, je nach Ereignissen im Spiel, variieren.

Variable Player Power

Die Charaktere der Spieler haben unterschiedliche Fähigkeiten. Dabei bringt jeder Charakter andere Eigenschaften ins Spiel, wodurch die Spiele eine hohe Varianz haben.

Strategie

In Strategiespielen müssen sich die Spieler für eine (oder mehrere) Strategien entscheiden, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Dabei kann es notwendig sein, das eigene Spiel langfristig in die Zukunft zu planen und seine Strategie gegebenenfalls an Entwicklungen im Spiel anzupassen.

Neogations

Es geht darum, im Spiel Verhandlungen zu führen. Oft passiert das in Handelsspielen, wo man mit anderen Spielern über den Erwerb von Waren feilscht.

Rondell

In einem Rondell werden Spielfiguren im Kreis gezogen und triggern auf den Zielpunkten verschiedene Aktionen.

Worker Placement

Den Spielern stehen Spielfiguren zur Verfügung, welche sie gezielt einsetzen müssen, um verschiedene Aktionen auszulösen. Die Anzahl der Figuren ist dabei begrenzt und oft blockiert man durch das Setzen der eigenen Spielfigur die Aktion für seine Gegenspieler.

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker.

Übrigens: Die Texte auf diesem Blog sind selbst geschrieben und stammen nicht aus einer Text-KI. Allerdings lassen wir inzwischen einige Titelbilder von einer Bilder-KI erstellen. Ihr erkennt diese an den Zauberern, Zwergen oder anderen Wesen, die wir nicht selbst fotografieren können.

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