Evacuation – Evakuiere den sterbenden Planeten

Von Veröffentlicht am: 18. Januar 2024
Evacuation
Inhalt

Bei Evacuation müssen wir einen Planeten evakuieren und auf einem neuen Planeten eine Infrastruktur aufbauen. Auf der Spiel 23 in Essen haben wir bei Delicious Games zugeschlagen und uns das neueste Werk von Vladimír Suchý gekauft. Die deutsche Version des Spiels soll 2024 bei Pegasus erscheinen.

Nach den ersten Partien können wir sagen, uns gefällt es. Die Regeln sind recht einfach zu lernen, die hat man in 20-30 Minuten erklärt. Die Strategie im Spiel hat es aber in sich. So wundert es nicht, dass die Komplexität des Spiels bei BGG recht hoch bewertet ist.

Worum geht es in Evacuation?

Das Spiel bietet mehrere Varianten an. Einmal eine Variante, die immer über 4 Spielrunden geht. Diese haben wir bisher gespielt. In einer anderen Variante gibt es noch einen Race-Modus, wo das Spielende ausgelöst wird, wenn ein Mitspieler bestimmte Bedingungen erfüllt hat. Da wir keine großen Freunde von dieser Art zu spielen sind, haben wir den bisher nicht ausprobiert. In einer erweiterten Variante bieten die Aktionskarten alternative Aktionen zu den Standard-Aktionen. Auch diese Version haben wir bis jetzt nicht gespielt. Denn das Spiel ist uns, in der Grundversion, schon komplex genug.

Evacuation auf dem Spieltisch

Evacuation auf dem Spieltisch

Unser Planet liegt, dank steigender Temperaturen, im Sterben. Zum Glück gibt es aber noch einen zweiten Planeten, welcher nun das Ziel der Evakuierung ist. Dazu muss die vollständig vorhandene Infrastruktur des alten Planeten aufgelöst und auf dem neuen Planeten aufgebaut werden. Im Spiel reduziert sich das auf Ressourcen. Dabei gibt es Lebensmittel, Stahl und Energie. Diese werden auf dem alten Planeten in ausreichender Anzahl produziert.

In nur vier Runden gilt es jetzt, diese Produktionsanlagen und die Bevölkerung auf den neuen Planeten zu transferieren, um dort eine neue, funktionierende und ausreichende Produktion zu erstellen. Dies geschieht mithilfe von Raumschiffen, die man aber erst produzieren muss und die natürlich beim Flug Energie verbrauchen. In den Raumschiffen können auch die Stadien von der alten in die neue Welt transportiert werden. Diese Stadien machen die Bevölkerung glücklich, was zum Ende des Spiels wichtig ist für die Verteilung von Siegpunkten. Natürlich können die Stadien und Produktionsanlagen auch auf der neuen Welt neu gebaut werden. Dazu muss dort aber erst eine Produktion aufgebaut werden, die genügend Ressourcen liefert.

Dabei nutzt das Spiel einen Aktionspunkte-Mechanismus. Auf dem Playerboard befinden sich 4 Standard-Aktionsfelder, welche mit Karten markiert werden können. Jedes Feld bietet 2-3 Aktionen an, aus denen man auswählen kann. Je mehr Aktionen man im Spielzug spielen möchte, desto teurer werden diese allerdings. Die ersten zwei Aktionen sind noch kostenlos, die dritte kostet dann eine Energie, die Vierte zwei Energie, und alle weiteren dann drei Energie.

Die Wertigkeit der Aktionsfelder bestimmt dann den Fortschritt auf der Fortschrittsleiste, welche sich zwischen den beiden Planeten auf dem Spielplan befindet. Diese Leiste bringt einige Boni für die Spieler und bestimmt beispielsweise, von welchem Planeten man die Energiekosten für die Aktionen zahlen muss. Zudem werden immer mehr Regionen auf der neuen Welt zur Besiedelung freigegeben.

Jeder Spieler hat zudem noch ein Raster von 9 Technologien, welche bei Spielbeginn variabel angeordnet werden. Diese Technologien sind sehr mächtig und können sehr spielentscheidende Vorteile bringen. Am liebsten würde man immer alle 9 nutzen, was aber wohl nicht realisierbar ist.

Spielplan Evacuations

Spielplan Evacuations

Eine Runde in Evacuation

Eine Runde in Evacuation geht über 7 Phasen:

Phase 1: Einkommen

Die Fabriken auf beiden Planeten produzieren Ressourcen, welche später auf dem jeweiligen Planeten genutzt werden können.

Zudem muss nun die Bevölkerung ernährt werden. Dazu ändern sich in jeder Runde die Anforderungen dafür auf der alten und der neuen Welt. Zu Beginn der dritten Runde will die Bevölkerung auf dem neuen Planeten auch unterhalten werden, es muss dann mindestens ein Stadion dort existieren. Zu Beginn der vierten Runde werden zwei Stadien verlangt, am Ende des Spiels dann drei Stadien.

Für jede Nahrung, die man nicht verteilen kann und für jedes fehlende Stadion bekommt man ein Strafplättchen, welches am Spielende drei Minuspunkte zählt.

Phase 2: Aktionsphase

Jetzt werden abwechselnd die Aktionen gespielt. Hierbei können Fabriken gebaut, Infrastrukturen erstellt, Raumschiffe gebaut, Technologien erforscht, Stadien gebaut, Ressourcen getauscht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kosten immer von den Ressourcen des Planeten gezahlt werden, wo die Aktion ausgeführt wird. Baut man also ein Stadion auf der neuen Welt, müssen die Kosten von den Ressourcen der neuen Welt bezahlt werden.

Phase 3: Transport

In dieser Phase können die eigenen Raumschiffe beladen werden und diese transportieren dann Bevölkerung, Fabriken, Stadien und Ressourcen zur neuen Welt.

Phase 4: Zugreihenfolge

Nun wird die Zugreihenfolge neu festgelegt. Je mehr Zufriedenheit (glückliche Gesichter) ein Mitspieler hat, desto eher ist er in der kommenden Runde dran. Diese glücklichen Gesichter findet man bei einigen Technologien und auf den Stadien-Karten.

Phase 5: Fortschritt

Nun können die Spieler auf der Fortschrittsleiste auf dem Hauptspielplan vorgehen. Die Anzahl der Schritte, die man auf seine beiden Marker aufteilen kann, ergeben sich aus den gewählten Aktionen in der Runde. Diese haben einen bestimmten Wert, der nun summiert genutzt werden kann.

Phase 6: Bonus

Zu Beginn jeder Runde wird eine Bonus-Karte aufgedeckt. Nun bekommt man die Belohnungen für das Erreichen der Ziele auf der Karte.

Phase 7: Jahresende

Die eigenen Aktionskarten werden vom Spieler-Board entfernt und die Auslagen für Raumschiffe, Stadien und Infrastruktur-Objekte werden erneuert.

Playerboard Evacuation

Playerboard Evacuation

Spielende

Im normalen Spielmodus endet das Spiel nach 4 Spielrunden. Beim Race-Modus endet das Spiel, wenn einer der Mitspielenden 3 Stadien auf der neuen Welt errichtet hat oder alle Produktionen auf der neuen Welt auf mindestens 8 stehen.

Im Punktemodus, welchen wir bisher gespielt haben, endet das Spiel nach 4 Jahren bzw. Runden. Es gibt jetzt noch Punkte für den Ausbau der Produktion auf dem neuen Planeten, Punkte für die persönlichen Zielkarten und wenn auf der neuen Welt drei Stadien gebaut sind. Abgezogen werden aber noch Minuspunkte für alle Produktionsstätten, die noch auf der alten Welt sind, für jedes fehlende Stadion in der neuen Welt und für gesammelte Strafplättchen.

Unser Fazit zu Evacuation

Vorab noch mal zu den Spiel-Modis. Die Anleitung empfiehlt, mit dem Race-Modus zu beginnen. Dieser ist ein wenig einfacher. So erhalten die Mitspielenden keine persönlichen Zielkarten und es gibt keine Punktewertung am Ende des Spiels. Es gewinnt einfach der Spieler, welcher zuerst 3 Stadien in der neuen Welt gebaut hat oder zuerst alle drei Produktionen (Energie, Lebensmittel, Stahl) dort auf einem Wert von mindestens 8 hat.

Der Punktemodus, den wir spielen, soll erst mit ein wenig Erfahrung gespielt werden. Hm, wir haben ihn direkt gespielt, weil wir eigentlich keine Spiele mit Race-Modus mögen. Und das hat auch gut funktioniert. Wobei wir die persönlichen Zielkarten am Anfang irgendwie ignoriert haben und erst am Ende geschaut haben, was sie uns gebracht haben. Denn diese auch noch im Auge zu behalten, kann in den ersten Spielen wirklich überfordern.

mächtige Technologien

mächtige Technologien

Und damit sind wir auch schon bei der Komplexität des Spiels angekommen. Die eigentlichen Regeln sind nicht so kompliziert. Einem Vielspieler hat man die in 20-30 Minuten erklärt. Die Strategie im Spiel ist aber eine ganz andere Hausnummer, die hat es in sich. Man beginnt ja mit einer vollständig ausgebauten Infrastruktur auf dem alten Planeten. Dadurch hat man in der ersten Runde, auf dem alten Planeten, genügend Ressourcen, um erst einmal ordentlich loszulegen. Ein tolles Raumschiff ist schnell gebaut, idealerweise eines, welches auch Stadien transportieren kann. Dann kann am Rundenende der erste Transport stattfinden, die ersten Fabriken oder Menschen kommen auf dem neuen Planeten an, vielleicht auch schon das erste Stadion. Spätestens mit der zweiten Runde wird es dann aber herausfordernd.

Auf dem neuen Planeten fehlt es an allen Ecken und Kanten an Ressourcen, auf der alten Welt sind auch die ersten Fabriken verschwunden, das Raumschiff liegt aktuell am neuen Planeten. Was nun? Noch ein Raumschiff bauen, ist noch genug Energie vorhanden, um das auch fliegen zu lassen. Oder doch lieber die Aktionspunkte für den Ausbau der neuen Welt investieren? Das ganze Spiel fordert ständig Entscheidungen, die teilweise gut überlegt sein wollen.

Dabei hat man zudem immer den eigenen Technologie-Baum vor Augen. Die dortigen Technologien sind teilweise so mächtig, man könnte fast meinen, die sind Overpowerd. Nur, die Mitspielenden haben ebenfalls solch mächtige Technologien vor sich liegen und werden diese sicherlich nutzen. Das Dumme bei den Technologien ist, die Entwicklung kostet Aktions-Schritte. Technologien der Stufe 1 sind sofort aktiv. Ab der Stufe zwei müssen die Technologien aber mit zwei Aktions-Schritten entwickelt werden und diese Aktions-Schritte sind halt begrenzt, weil sie Energie kosten.

So hat man im Spiel laufend das Dilemma, dass man vieles machen möchte, es aber einfach nicht bezahlen kann. Und genau das lieben wir.

Raumschiffe für den Transport

Raumschiffe für den Transport

Wir haben nun einige Partien gespielt, und daher schon zahlreiche Strategien ausprobiert. Keiner von uns hat bisher die eine Sieg-Strategie finden können.

Für das Spiel zu weit sind nur wenige Änderungen zu beachten. So darf auf der Fortschrittsleiste nur eine der beiden Spuren genutzt werden und bei der Auswertung im Race-Modus ändert sich die Wertung für die höchste Zufriedenheit.

Eine Partie dauerte bei uns, nachdem wir die Regeln verstanden hatten, zwischen 60 und 90 Minuten im Spiel zu zweit. Die Symbole im Spiel hat man schnell gelernt, das Material ist solide gut, wir haben da nichts zu meckern. Die Anleitung war für uns, auch auf Englisch, gut zu verstehen und man findet schnell alle wesentlichen Punkte.

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Informationen zu Evacuation

Evacuation Cover
  • Autor: Vladimír Suchý

  • Verlag: Delicious Games / Pegasus (deutsch)

  • Veröffentlicht: 2023

  • Spielerzahl: 1 bis 4

  • Alter: ab 12 Jahre

  • Spieldauer: 60-150 Minuten

  • Kategorie: Expertenspiel

  • Mechanik: Hand-Management | Pick-up and Deliver | Income | Tech-Tree | Strategie

  • BGG-Wertung: 7,7 / 10
    Komplexität: 3,95 / 5

Bewertung Evacuation

Super Spiel – dafür sind wir jederzeit bereit

Unsere Spielberichte und Bewertungen beruhen auf subjektiven Ersteindrücken der Spiele. Dabei geht es uns um die Spielidee, die Mechaniken, die Anleitung, das Material, den Wiederspielwert, die Optik, die Spielbarkeit zu zweit und wie es uns gefällt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Letzte Aktualisierung des Beitrages am: 28. Januar 2024

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker.

Übrigens: Die Texte auf diesem Blog sind selbst geschrieben und stammen nicht aus einer Text-KI. Allerdings lassen wir inzwischen einige Titelbilder von einer Bilder-KI erstellen. Ihr erkennt diese an den Zauberern, Zwergen oder anderen Wesen, die wir nicht selbst fotografieren können.

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Herr Tommi "Herr Tommi"Beruflich in der IT unterwegs sind Brettspiele für "Herrn Tommi" die Möglichkeit, einfach mal abzuschalten. Am Abend oder am Wochenende, zusammen mit Frau Melli einfach mal eine Welt retten, einen Zoo aufbauen oder den Mars besiedeln, einen besseren Eskapismus gibt es eigentlich nicht.

Neben den Brettspielen gehören das Radfahren, das Reisen und die Fotografie zu seinen Hobbys. Mehr drüber findet Ihr im Blog www.jansens-pott.de.

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