Come Together – Plane ein 60er-Jahre Musikfestival

Von Veröffentlicht am: 15. August 2023
Come Togehter
Inhalt

Bei Come Together tauchen wir ein in die Welt der großen 60er-Jahre Musikfestivals. Wer schafft es, die meisten Bühnen aufzubauen, die besten Künstler zu engagieren, den größten Campingplatz zu bauen und ordentlich Werbung für sein Festival zu machen? Wer dann noch die meisten Fans vor die Bühne bekommt, welche den Musikstil der auftretenden Band mögen, hat gute Chancen, viele Punkte zu sammeln.

Come Together – Musikfestivals in den 60er-Jahren

Auf der Spiel 22 in Essen haben wir uns Come Together bereits angesehen und es hat uns gut gefallen. Probespielen konnten wir es nicht, nur anderen beim Spielen zusehen. Aber die Optik, das Thema und die Mechaniken, die wir in der Anleitung anschauen konnten, haben uns angesprochen. Trotzdem haben wir abgewartet, bis das Spiel endlich auf Deutsch erscheint. Skellig Games hat sich dem Thema angenommen und nun ist Come Together auch endlich auf Deutsch erschienen, und wir haben direkt zugeschlagen.

Come Together auf dem Spieltisch

Come Together auf dem Spieltisch

Come Together ist ein Workerplacement-Spiel. Dabei werden die eigenen Helfer auf verschiedene Aktionen gesetzt, die auf vier Leisten zu finden sind, welche sich in jeder der drei Spielrunden verändern. Mit den dort ausliegenden Karten können wir neue Bühnen bauen, Publikum zu unserem Festival locken, Campingplätze ausbauen oder neue Stars engagieren können. Der besondere Twist dabei ist, dass eine Aktion nicht direkt ausgelöst wird. Mit dem Setzen der Helfer wird auf einigen Feldern ein Sonderbonus ausgelöst, mehr passiert aber erst einmal nicht. Im Spielverlauf können weitere Spieler ihre Helfer in den vier Bereichen platzieren, und sich so eine der ausliegenden Karten reservieren.

Erst wenn dieser Bereich, von einem der Mitspielenden, aktiviert wird, bekommt man die gewünschten Karten. Diese können dann direkt an das eigene Festival-Tableau angelegt werden oder in einem offenen Planungsdeck bereitgelegt werden. Warum das Ganze? Je mehr Felder in einer Aktionsleiste belegt sind, desto mehr Schritte können auf den Skalen für die eigene Bekanntheit des Festivals eingesetzt werden.

Diese Bekanntheit-Skalen findet der Spieler am und auf dem eigenen Festival-Tableau. Dort gibt es eine für das Radio, eine für das Fernsehen, eine für die Zeitung und auf dem Campingplatz eine für die Bekanntheit der eigenen Festival-Flyer. Durch das Fortschreiten auf den Leisten bekommt man wiederum einige Sonderboni, welche auch mal zu kleinen Kettenreaktionen führen können. Die TV-Leiste dient zudem als Multiplikator bei der Zeitungswertung am Rundenende und die Campingleiste bestimmt, wie viele Gäste und Zeltplätze nach einem Konzertabend nicht abreisen werden.

Aktionsleisten für Bühnen und Campingplätze

Aktionsleisten für Bühnen und Campingplätze

Eine Runde in Come Together

Ein Spiel Come Together geht über drei Spielrunden, in denen die Spielenden abwechselnd ihre Spielzüge ausführen. Eine Runde endet, wenn der Zeitmarker auf der Aktivierungsleiste am Ende angekommen ist. So kann eine Runde in Come Together unterschiedlich lang sein. Je öfter eine Aktivierung der vier Aktionsleisten erfolgt, desto schneller endete eine Spielrunde.

Ist ein Spieler am Zug, dann hat er drei Aktionsmöglichkeiten:

  • Helfer einsetzen: Der Spieler setzt seine Helfer auf eines der Einsetzfelder auf den 4 Aktionsleisten und sichert sich damit die darüber liegende Karte. Auf den Feldern müssen 1–3 Helfer eingesetzt werden und einige der Felder bieten einen Sofortbonus.
  • Location aktivieren: Aktiviert einer der Mitspielenden eine der 4 Aktionsleisten, nehmen alle Spieler die von ihnen reservierten Karten. Zudem wird gezählt, wie viele der Einsetzfelder auf der Aktionsleiste besetzt waren und die Spieler können dann 1–4 Schritte auf zwei Bekanntheit-Leisten voranschreiten. Danach werden alle verbliebenen Karten aus der Auslage der Aktionsleiste abgeräumt und durch vier neue Karten ersetzt. Die Helfer-Tokens der Spieler auf dieser Leiste werden in einem Ruhebereich auf den Hauptspielplan gelegt. Die Helfer haben jetzt Pause.
  • Helfer zurücknehmen: Später liegen alle eigenen Helfer, von denen man maximal 10 hat, auf den Aktionsleisten, im Ruhebereich oder in der Reserve. Mit dieser Aktion können die Helfer aus dem Ruhebereich wieder in den aktiven Bereich auf dem eigenen Tableau gelegt werden. Dazu gibt es noch drei Sonderaktionen, welchen danach ausgeführt werden können:
    • Zusätzlich erhält man einen Helfer aus dem Reservebereich.
    • Einen aktiven Helfer ablegen, um sofort die „Helfer einsetzen“ Aktion spielen zu können.
    • Drei Karten von den Bühnen-, Star-, Camp- oder Publikumsdeck ziehen und eine davon auswählen, welche in das Planungsdeck gelegt werden muss.

Diese Aktionen werden reihum von allen Mitspielenden ausgeführt. Dabei sind dann einige Aufgaben zu erledigen. Man benötigt mehrere Bühnen, wenn mehrere Künstler auftreten sollen. Dazu müssen natürlich auch Künstler engagiert werden. Hier muss darauf geachtet werden, dass einige Superstars bei ihrem Auftritt vier Fan-Meeple vor der Bühne benötigen. Drei Tickets, also Plätze für Fans, gibt es auf jeder Bühnenkarte. Ein notwendiges viertes Ticket muss erst erworben werden. Dies bekommt man über verschiedene Boni-Felder auf den Aktionsfeldern oder über die Bekanntheits-Leisten auf dem eigenen Tableau.

Jede Künstlerkarte zeigt zudem an, welche Art von Fans ihre Musik mögen. Und hier kommen die Farben der Publikums-Meeples ins Spiel. Schwarz sind Rock-Fans, Braun sind Country Fans, Lila Meeple mögen Psychedelia, Gelbe Soul und Grüne Folk-Musik. Nein, das muss man sich nicht merken. Wichtig ist nur, dass man für den Auftritt, die farblich passenden Meeple, zu einer Band, im eigenen Campingbereich untergebracht hat. Nun weiß man aber, dass man auch weitere Camping-Karten besorgen muss, um dort die neuen Publikums-Meeple unterzubringen.

Playerboard mit Bekannheits-Leisten und angelegten Karten.

Playerboard mit Bekannheits-Leisten und angelegten Karten.

Rundenende – Die Konzerte werden aufgeführt

Wenn der Aktivierungsmarker das letzte Feld erreicht, ist die Spielrunde zu Ende und die Künstler spielen ihre Konzerte. Zuerst wird aber geschaut, wie weit man auf der Zeitungsleiste vorangekommen ist. Der dort erreichte Wert dient als Multiplikator für eine der ausliegenden Reporter-Plättchen, wovon es für jeder der drei Spielrunden eine gibt. Und Vorsicht, hier kann es negative Effekte geben, wenn man auf der Zeitungsleiste zu weit hinten liegt.

Dann startet aber endlich das Festival. Zuerst wird geschaut, ob jeder Künstler, der auf einer Bühne steht, gewertet werden kann. Bei Superstars muss ein viertes Ticket an der Bühne liegen. Danach werden die farblich passenden Meeple zu den Künstlern gestellt. Nur die Künstler, wo alle Plätze mit farblich passenden Fans besetzt sind, werden jetzt gewertet. Gelingt dies nicht, bleiben die Künstler für die nächste Runde dort liegen.

Nun gibt es Siegpunkte für die Konzerte. Superstars geben schonmal 4 Punkte. Jede Bühne hat ebenfalls ein farbiges Meeple als Symbol. Hat man die passenden Meeple in diesem Bühnenbereich stehen, gibt das 1–2 Punkte pro Meeple. Jetzt bekommt man noch die Punkte, für die eigene Bekanntheit. Bei Stars gibt es diese abhängig vom eigenen Fortschritt auf der Leite mit der TV-Bekanntheit. Dann gibt es noch die Nachwuchsbands, die Up-and-Comer, welche Punkte in Abhängigkeit vom Fortschritt bei der Radio-Bekanntheit.

Danach werden die Bands, die ihr Konzert gegeben haben, auf einen persönlichen Ablagestapel gelegt. Diese werden bei der letzten Reporterkarte, vor dem dritten Konzert, nochmals Punkte bringen. Die vier Aktionsleisten werden durch die Leisten der kommenden Spielrunde ausgetauscht, alle Kartenauslagen werden erneuert und der TV-Bekanntheitsmarker wird wieder auf 0 gesetzt.

Nach dem Konzert verlassen einige Besucher das Festival, zudem werden auch Campingplätze wieder entfernt. Wie viele Besucher und Campgrounds ihr mit in die nächste Runde nehmen dürft, hängt vom Fortschritt des Markers zur Bekanntheit der eigenen Flyer ab, welcher auf den Campgrounds gesetzt ist.

Spielplan von Come Together

Spielplan von Come Together

Spielende bei Come Together

Nach der dritten Spielrunde wird die normale Rundendwertung durchgeführt, bis zur Kontrolle der abreisenden Fans. Danach erfolgt dann noch die Schlusswertung. Derjenige mit den meisten Fans, die jetzt noch im Campingbereich sind, erhält 4 Punkte, der mit den Wenigsten verliert 4 Punkte.  Zum Schluss erfolgt noch die Wertung der Verpflegungsstände. Auf einigen Bühnenkarten sind halbe Verpflegungsstände zu sehen. Platziert man diese geschickt nebeneinander, können so vollständige Pizza-, Bier- und Wasserstände entstehen, die jetzt am Spielende Punkte bringen. Zudem können im Laufe des Spiels, mit den Rückseiten der Tickets, unpassende oder nur halb vorhandene Stände in einen Wasserstand umgebaut werden.

Wer jetzt die meisten Siegpunkte hat, gewinnt Come Together.

Publikum vor den Bühnen beim Konzert.

Publikum vor den Bühnen beim Konzert.

Unser Fazit zu Come Together

Zuallererst der wichtigste Tipp: Vor Spielstart beim Musik-Streamingdienst des geringsten Misstrauens eine 60er-Jahre-Playlist starten. Das erhöht da ohnehin schon sehr thematische Spielgefühl nochmals deutlich.

Ja, das Spiel ist thematisch, an allen Ecken und Enden. Die Playerboards und das Hauptspielfeld, mit den tollen VW-Bussen, vermitteln ein absolutes 60er-Jahre-Gefühl. Auch die Karten der Künstler lassen einen innerlich das Hippie-Hemd überstreifen und Flower Power schreiend durch die Gegend laufen.

Spielerisch ist es halt ein Workerplacer, gepaart mit Fortschrittsleisten, welche diverse Boni und Vorteile bei den Wertungen bringen. Der besondere Twist, dass die einzelnen Bereiche erst aktiviert werden müssen, bevor die Spielenden ihre Karten bekommen und so lange dort weiter Felder belegt werden dürfen, macht es zu etwas Besonderem. Denn es ist wirklich gut zu überlegen, ob man wirklich einen Bereich aktiviert, wo man nur ein Feld besetzt hat oder lieber wartet, bis weitere Felder belegt sind, um dann mehr Schritte auf den Bekannheits-Leisten gehen zu können. Vielleicht will man aber auch das gerade nicht machen, um dem Mitspieler nicht noch mehr Schritt auf einer Leiste zu ermöglichen.

Im Ganzen ist das Spiel aber recht solitär. Die Interaktion beschränkt sich darauf, dass man dem Mitspieler vielleicht Karten aus der Auslage wegschnappt.

Das Spiel würden wir im Kennerbereich einsortieren. Es ist schon kniffelig, die passenden Fans für die engagierten Künstler zu bekommen, diese auch noch auf ausreichend Campgrounds unterzubringen, die man aber schlimmstenfalls am Rundenende wieder verliert, also einige Campgrounds und ein Teil der Fans. Dabei ist es auch ein wenig schwierig zu planen, da die Kartenauslagen in den Bereichen nach jeder Aktivierung erneuert werden. Mit ein wenig Pech hat man eine Menge Metalheads und Soul-Fans auf den Zelten stehen, es kommen aber keine passenden Bands. An dieser Stelle hat das Spiel einen kleinen Glücksfaktor. Wir empfinden diesen nicht als störend, es sollte aber erwähnt werden.

Die Anleitung ist gut verständlich, und es sind alle Symbole im Spiel beschrieben. Auch die Reporterkarten sind alle einzeln beschrieben, das hätten wir sonst bei der Interpretation der Symbole auch mal daneben gelegen.

Im Spiel zu zweit gibt es noch eine besondere Regel. Es kommt ein Stapel Freundeskarten ins Spiel, zusammen mit vier Helfern einer nicht genutzten Spielerfarbe. Besetzt man nun ein Aktionsfeld, auf dem ein Herz abgebildet ist, wird mit den Karten ein Helfer des neutralen Spielers auf eines der Aktionsfelder gesetzt. Würde es sein zweiter Helfer in dem Bereich sein, wird dieser Bereich aktiviert. Es gibt Spiele, wo uns so imaginäre dritte Spieler nerven, also spieltechnisch. Das ist hier nicht der Fall. Der Spieler ist schnell und unkompliziert gespielt und nervt nur, wenn er einem die begehrte Karte wegschnappt oder eine Aktivierung ausführt, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann.

Man benötigt sicherlich 2–3 Partien, um richtig in das Spiel und seine Strategien einsteigen zu können. Hat man diesen Schritt aber erreicht, gibt es noch etwas Tolles. Und zwar die Spezial-Fähigkeiten-Variante. Es gibt 6 Playerboards, die auf der Rückseite verschiedene Festivals zeigen. Jedes dieser Festivals bringt einen kleinen Nachteil ins Spiel. Dazu gibt es dann aber Startbühnen-Karten, die einen kleinen Vorteil mitbringen. Somit hat man eine große Auswahl an Varianten, die das Spiel ein wenig asynchroner und spannender machen.

Come Together ist auf jeden Fall bei uns eingezogen, um zu bleiben. Es macht uns sehr viel Spaß, zieht uns auch thematisch in eine lustige Zeit, und wird sicherlich regelmäßig auf den Tisch kommen.

Informationen zu Come Together

Come Together Cover
  • Autor: Vegard Eliassen Stillerud, Eilif Svensson, Åsmund Svensson

  • Verlag: Skellig Games (deutsch), Chilifox Games

  • Veröffentlicht: 2022

  • Spielerzahl: 1 bis 6

  • Alter: ab 14 Jahre

  • Spieldauer: 60-90 Minuten

  • Kategorie: Kennerspiel

  • Mechanik: Workerplacement | Open Drafting | Variable Setup

  • BGG-Wertung: 7,5 / 10
    Komplexität: 3,20 / 5

Bewertung Come Together

Gutes Spiel – spielen wir regelmäßig gerne

Unsere Spielberichte und Bewertungen beruhen auf subjektiven Ersteindrücken der Spiele. Dabei geht es uns um die Spielidee, die Mechaniken, die Anleitung, das Material, den Wiederspielwert, die Optik, die Spielbarkeit zu zweit und wie es uns gefällt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Letzte Aktualisierung des Beitrages am: 21. August 2023

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker.

Übrigens: Die Texte auf diesem Blog sind selbst geschrieben und stammen nicht aus einer Text-KI. Allerdings lassen wir inzwischen einige Titelbilder von einer Bilder-KI erstellen. Ihr erkennt diese an den Zauberern, Zwergen oder anderen Wesen, die wir nicht selbst fotografieren können.

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Herr Tommi "Herr Tommi"Beruflich in der IT unterwegs sind Brettspiele für "Herrn Tommi" die Möglichkeit, einfach mal abzuschalten. Am Abend oder am Wochenende, zusammen mit Frau Melli einfach mal eine Welt retten, einen Zoo aufbauen oder den Mars besiedeln, einen besseren Eskapismus gibt es eigentlich nicht.

Neben den Brettspielen gehören das Radfahren, das Reisen und die Fotografie zu seinen Hobbys. Mehr drüber findet Ihr im Blog www.jansens-pott.de.

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