Frostpunk Brettspiel – Keine Ressourcen, soweit die Eiswüste reicht.

Von Veröffentlicht am: 18. Februar 2023
Frostpunk Brettspiel
Inhalt

Frostpunk, überleben in einer Eiswüste, wo es wenig Ressourcen gibt und man teilweise unbequeme Entscheidungen treffen muss, um das Überleben der Menschen zu sichern. Wir haben die ersten Partien gespielt und überlegen nun, ob wir das Spiel behalten sollen. Dass wir darüber nachdenken, liegt aber nicht am Spiel selbst, es ist wirklich genial.

Was ist das Frostpunk Brettspiel?

Frostpunkt ist die Brettspiel-Umsetzung eines bekannten Videospiels. Es spielt in einer postapokalyptischen Welt, die einer Eiszeit gleicht und es immer kälter wird. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Anführern, welche das Überleben der Menschen einer kleinen Kolonie sichern sollen. Kooperativ wird die umliegende Gegend erkundet, um die wenigen Ressourcen zu finden, die benötigt werden, damit neue Gebäude gebaut werden können. Zudem wird dringend Kohle benötigt, um den zentralen Generator zu beheizen. Denn ohne die Wärme dieses Generators überlebt die Kolonie nicht. Dummerweise wird es immer kälter, und somit wird immer mehr Kohle benötigt.

Die Menschen der Kolonie wollen zudem geführt werden. Es müssen kluge Gesetze erlassen werden, die nicht immer angenehm sind. Aber die Menschen kommen auch mit immer neuen Forderungen oder Bedürfnissen zu einem oder es herrschen Unruhen in der Kolonie, die gemeistert werden wollen. Wichtig ist es aber immer, den Menschen genug Nahrung und Wärme zu geben. Auch ein warmes Dach über dem Kopf für die Nacht ist ein Grundbedürfnis. Schafft man diese Dinge nicht, werden die Menschen krank, sterben schlimmstenfalls.

Frostpunk - Landschaft und Generator

Frostpunk – Landschaft und Generator

Weiter können auch umliegende Gegenden per Expeditionen erkundet werden, es können Automata gebaut werden, um in kalten Regionen zu arbeiten, das Spiel fordert eine Menge, bietet aber auch viele Möglichkeiten, die man nur geschickt einsetzen muss.

Am Ende ist Frostpunk ein knallhartes Überlebensspiel. Denn das ist genau das Ziel des Spiels. Es geht nicht um Siegpunkte, es geht nicht darum, X von Y zu bauen. Es geht einfach nur darum, dass die Kolonie bis zum Spielende überlebt. Dummerweise weiß man in den verschiedenen Szenarien nicht, wann das Spielende ist und was dort von den Spielern gefordert wird. Dies erfährt man erst im Laufe der Partie.

Spielablauf in Frostpunk

Hier jetzt den kompletten Spielablauf im Detail zu beschreiben, würde den Rahmen ein klein wenig sprengen. Daher nur ein grober Überblick.

Der Aufbau des Spiels ist schon die erste Herausforderung, die man aber nach zwei oder drei Partien recht flott hinbekommt. Die eigentliche Spielfläche, die teilweise erkundete Landschaft, wird laut Szenario-Beschreibung aufgebaut. Diese ist aber, trotz Vorgaben, variabel und ändert sich auch innerhalb eines Szenarios bei jeder Partie ein wenig.

Daneben müssen einige Boards vorbereitet werden.

  • Das Generator Tableau – zur Steuerung des Wärme-Generators. Weiter liegen hier die Wetterkarten bereit, die einmal pro Runde verschiedene Faktoren im Spiel verändern.
  • Runden-Tableau – Rundenzähler, der verschiedene Ereignisse triggern wird
  • Bevölkerungs-Tableau – Hier wird die Anzahl der lebenden Kinder, Arbeiter und Ingenieure verwaltet. Dazu die Anzahl der Erkrankten Menschen in der Kolonie und die zur Verfügung stehende Nahrung und der Hunger im Volk.
  • Dämmerungs-Tableau – Hier werden Karten bereitgelegt, die nicht immer für Begeisterung im Spiel sorgen.
  • Stimmungs-Tableau – Hier wird die Hoffnung und die Unzufriedenheit im Volk dargestellt.
  • Gebäude-Tableau – Hier liegen die Gebäude aus, welche im Spiel gebaut werden können.
Frostpunk Tableaus

Frostpunk Tableaus

Daneben müssen noch einige Karten bereitgelegt werden. Von Bürgerkarten, über Berater, Expeditionskarten, Gesetze, Startaufbau-Karten und natürlich muss sich für ein Szenario entschieden werden. Achja, Technologie-Karten, die entwickelt werden können, gibt es auch noch.

Allein die Anleitung für den Spielaufbau geht über acht Seiten im Handbuch. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Der Aufbau ist, wie auch der Rest des umfangreichen Handbuches, erstklassig geschrieben. Für die erste Partie, mit dem Start-Szenario wird im Aufbau auch direkt beschrieben, was wie aufgebaut werden muss. So kann das Szenario-Handbuch in der ersten Runde in der Schachtel bleiben.

Spielrunde in Frostpunk

Nach dem Aufbau startet das Spiel direkt in Phase 6 einer Spielrunde. Danach geht es dann Runde für Runde durch die neun Spielphasen:

  • Erwachen Phase: Rundenzähler wird weiter geschoben und triggert ggf. Ereignisse
  • Früher Morgen Phase: Eine Morgenkarte wird gezogen und abgehandelt
  • Generatorenbetriebphase: Den Generator befeuern und ggf. einen Störfall des Generators abhandeln
  • Wetterphase: Es wird kälter, Tierfallen können geleert werden, Expeditionen wandern weiter, der Sturm kommt näher
  • Vorbereitungsphase: Berater nutzen, Krankheiten abhandeln
  • Aktionsphase: Hier werden die Worker eingesetzt, um die Gegend zu erkunden, Ressourcen zu sammeln, neue Gebäude zu bauen oder die bereits gebauten Gebäude zu nutzen. Das ist auch die Phase, welche die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Es können auch neue Gesetze erlassen werden. Aber immer dran denken, alles was man im Spiel macht, wird Konsequenzen haben.
  • Dämmerungsphase: Eine Dämmerungskarte wird gezogen und abgehandelt.
  • Hungerphase: Die Menschen wollen Nahrung oder haben Hunger.
  • Nachtphase: Die Menschen gehen in die hoffentlich warmen Schlafplätze. Wenn nicht, werden sie krank.

Das war jetzt die Kurzfassung der einzelnen Phasen. Es gibt eine Karte im Spiel, auf der man markieren kann, wo man gerade steht und was in der aktuellen Phase passiert. Noch besser ist aber eine App, die es sowohl für iOS als auch für Android gibt. Einfach mal nach der Frostpunk-App suchen. Die App führt einen dann durch das Spiel, die einzelnen Phasen und ermöglicht jederzeit, in die Regeln zu schauen, wenn etwas unklar ist. Uns hat diese App sehr geholfen.

Erkundete Flächen mit Ressourcen und Gebäuden

Erkundete Flächen mit Ressourcen und Gebäuden

Spielende in Frostpunk

Das Spielende ist erreicht, wenn Ihr überlebt habt, also die letzte Bedingung des gewählten Szenarios erfüllt habt und dann noch Überlebende da sind.

Das Spiel endet aber auch, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt – und zwar sofort mit einer Niederlage:

  • Die letzte Hoffnung wird von der Hoffnungsleiste entfernt
  • Ihr habt sechs Marker auf der Unzufriedenheitsleiste
  • Ein zweiter Störfall am Generator tritt ein
  • Der Krankheitsmarker erreicht den Wert 26
  • Der Hungermarker erreicht den Wert 25
  • Der Leichnams-Anzeiger erreicht das letzte Feld

Und glaubt uns, diese Dinge passieren oft schneller, als man „es ist kalt hier“ sagen kann.

Wie gesagt, das ist jetzt nur ein ganz grober Überblick, was Frostpunk bietet und wie es funtkioniert.

Unser Eindruck von Frostpunk

Eines vorweg, das Spiel ist genial. Mal abgesehen vom fantastischen Material, der tollen Anleitung, es funktioniert einfach. Man fühlt sich vom ersten Moment an in eine eisige Welt entführt und versucht, mit mehr oder weniger klugen Entscheidungen, das Überleben der Menschen zu sichern. Dabei ist die Absprache, in dem kooperativen Spiel, super wichtig. Gemeinsam entscheiden, neue Ideen ausprobieren, gemeinsam erkunden.

Wer allerdings ein Wohlfühl-Spiel erwartet, der ist hier vollkommen falsch. Denn ebenfalls vom ersten Moment an fehlt es an allen Ecken und Enden. Nahrung, Kohle, Holz, es wird viel benötigt, um die eigenen Ideen umzusetzen, nur woher nehmen? Man muss Bürger in kalte Regionen schicken, um neue Ressourcen zu finden. Dann werden sie halt krank, aber ohne Ressourcen kommt man nicht weiter.

Gesetze können es uns als Anführer teilweise erleichtern, über die Runden zu kommen. So kann man eines erlassen, wo drei statt zwei Menschen in einem Schlafplatz unterkommen. Nur, das hat später Konsequenzen und sorgt schon bei der Verkündung für Unmut, den man über andere Maßnahmen wieder besänftigen muss.

In unserer ersten Partie haben wir es auf die „gute Anführer“ Art probiert. Krankenhaus hier, Kinderheim dort, nette Gesetze. Und wir sind nach 5 Runden krachend gescheitert. Das Volk war zufrieden, keine Frage. Leider ist es uns dann verhungert.

So, und damit kommen wir zu unserem „Problem“ mit dem Spiel. Frau Melli ist kein Freund von Überlebensspielen. Deshalb ist auch Robinson Crusoe bei uns wieder ausgezogen. Es ist einfach nicht ihr Ding.

Frostpunk auf dem Spieltisch

Frostpunk auf dem Spieltisch

Ich selbst mag das Spiel aber sehr, finde es wirklich faszinierend. Somit habe ich es dann Solo probiert. Das funktioniert bei Frostpunk super, es lässt sich wirklich gut allein spielen. Aber, mir fehlt dann was, die Interaktion am Spieltisch. Ich bin einfach kein Solospieler. Für mich ist das Schönste beim Brettspielen, die gemeinsame Zeit mit anderen Menschen am Spieltisch. Meine Solo-Partien waren spannend und einmal sogar erfolgreich. Aber so richtig glücklich war ich allein am Spieltisch nicht.

Ich werde nun versuchen, ein oder zwei Menschen aus unserer Spielerunde für das Spiel zu begeistern. Gelingt mir das nicht, wird Frostpunk uns wieder verlassen. Trotzdem bekommt das Spiel von uns eine super Bewertung. Wenn es uns verlassen sollte, würde ich mich sehr freuen, wenn ich es im Rahmen der BerlinCon oder auf anderen Spiele-Treffs mal wieder spielen kann.

Informationen zu Frostpunk

Frostpunk Brettspiel Cover
  • Autor: Adam Kwapiński

  • Verlag: Frosted Games

  • Veröffentlicht: 2022

  • Spielerzahl: 1 bis 4

  • Alter: ab 16 Jahre

  • Spieldauer: 120-150 Minuten

  • Kategorie: Expertenspiel

  • Mechanik: Economic| Exploration | Workerplacement | Kooperativ | Szenarien | Cube Tower | Survival | Strategie

  • BGG-Wertung: 8,3 / 10
    Komplexität: 4,30 / 5

Bewertung Frostpunk

Gutes Spiel – spielen wir regelmäßig gerne

Unsere Spielberichte und Bewertungen beruhen auf subjektiven Ersteindrücken der Spiele. Dabei geht es uns um die Spielidee, die Mechaniken, die Anleitung, das Material, den Wiederspielwert, die Optik, die Spielbarkeit zu zweit und wie es uns gefällt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das hat uns gefallen:

  • Spielmaterial ist klasse

  • Anleitung ist super

  • Tolle App, die durchs Spiel führt

  • Eine tolle Story, welche einen ins Spiel zieht

Das gefällt uns nicht:

  • Lange Aufbau- und Spielzeit

  • Die eigentlich guten Regeln, sind nicht „mal eben“ gelernt.

Transparenz-Hinweis: Wir haben das Spiel als vergünstigtes Rezensionsexemplar von Pegasus bekommen. Dies hat aber keinen Einfluss auf unsere Meinung und die Bewertung des Spiels.

Letzte Aktualisierung des Beitrages am: 21. August 2023

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker.

Übrigens: Die Texte auf diesem Blog sind selbst geschrieben und stammen nicht aus einer Text-KI. Allerdings lassen wir inzwischen einige Titelbilder von einer Bilder-KI erstellen. Ihr erkennt diese an den Zauberern, Zwergen oder anderen Wesen, die wir nicht selbst fotografieren können.

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Herr Tommi "Herr Tommi"Beruflich in der IT unterwegs sind Brettspiele für "Herrn Tommi" die Möglichkeit, einfach mal abzuschalten. Am Abend oder am Wochenende, zusammen mit Frau Melli einfach mal eine Welt retten, einen Zoo aufbauen oder den Mars besiedeln, einen besseren Eskapismus gibt es eigentlich nicht.

Neben den Brettspielen gehören das Radfahren, das Reisen und die Fotografie zu seinen Hobbys. Mehr drüber findet Ihr im Blog www.jansens-pott.de.

Schreibe einen Kommentar