Kurz angespielt #1: D.E.I., Grand Austria Hotel, Pharaon, Dorfromantik

Veröffentlicht: 22. November 2022

Autor: Herr Tommi

In der Rubrik „Kurz angespielt“ möchten wir über Spiele reden, welche wir nur ein- oder zweimal gespielt haben, und die uns nicht wirklich begeistern konnten. Oder es sind Spiele, die uns aufgrund unserer 100-Brettspiele-Grenze verlassen müssen und keinen eigenen Beitrag hier auf dem Blog bekommen haben. Dabei geht es gar nicht um schlechte Spiele, wir werden auch hier kein Spiel verbal zerreißen.

D.E.I. – Divide et Impera

In D.E.I. schlüpfen die Spielenden in die Rolle einer Fraktion, welche in einem vollkommen vereisten postapokalyptischen London ums Überlegen kämpfen. Dabei geht es darum, Regionen zu beherrschen, dort Rohstoffe zu sammeln und dann auf dem Markt neue Aktionskarten zu kaufen und die Fähigkeiten zu verbessern.

Das Material des Spiels ist erstklassig. Ein tolles Spielfeld, welches aus dreidimensionalen Modulen aufgebaut wird. Auch das restliche Material ist toll und die Tischpräsenz macht was her. Die Regeln sind verständlich geschrieben. Gewöhnungsbedürftig war die Tatsache, dass das Material parallel zum Aufbau in der Anleitung beschrieben wird. Das ist aber keineswegs negativ gemeint und die Idee kann gerne bei anderen Spielen übernommen werden.

Vermutlich ist es eines der Spiele, was erst mit drei oder vier Spielenden so richtig aufblüht. Wir haben selbst auf der kleineren 2-Spieler-Map ziemlich nebeneinander hergespielt. Das Spiel selbst macht dabei nichts falsch, alles funktioniert, wie es funktionieren soll. Area-Control zusammen mit Deck-Building ist eigentlich bei uns immer gerne gesehen. Aber, es packt uns einfach nicht. Daher wird es uns wieder verlassen, es wäre einfach zu schade und zu teuer, wenn es hier nur im Regal voll staubt.

Edit: Dass das Spiel zu viert richtig toll ist, hat Christian von Brett&Pad nun in einem schönen Artikel über D.E.I. bestätigt.

D.E.I. – Divide et Impera (2022)

3 / 6

Spieler: 2-4 | Spielzeit: 60-90 Min | ab 14 Jahre

Grand Austria Hotel

Grand Austria Hotel spielt im Wien des frühen 20. Jahrhundert. Die Spielenden führen eigene Hotels und müssen dort Gäste bewirten und diese dann in angemessene Zimmer unterbringen. Dafür benötigt man Personal, freie Zimmer im Hotel und die Gäste wollen mit Kaffee, Torte, Wein und Strudel versorgt werden, damit sie dann zufrieden auf ihre Zimmer ziehen. Der Aktionsmechanismus ist wirklich toll. Es werden zu Rundenbeginn Würfel geworfen, welche auf einem Aktionsplan gelegt werden. Dort definieren sie dann, welche der Aktionen in welcher Anzahl zur Verfügung stehen.

Der Spielablauf, die Regel, sind gar nicht so schwer zu lernen und eigentlich sogar recht simpel. Trotzdem hat das Spiel eine irre taktische Tiefe. Die Zimmer müssen vorbereitet werden, die Gäste mit den passenden Waren bewirtet werden, neues Personal kann eingestellt werden. So nebenbei muss aber auch der Kaiser zufriedengestellt werden und auch die Politik gibt Vorgaben, die man erfüllen sollte. Über all diese Dinge den Überblick zu behalten, und das bei chronischem Ressourcen-Mangel, ist wirklich eine spannende Herausforderung.

Wir haben ein paar Partien gespielt, die haben uns auch Spaß gemacht. Jetzt fehlt uns aber irgendwie die Motivation, das Spiel weiter auf den Tisch zu bringen. Und aufgrund unserer 100-Spiele-Grenze haben wir jetzt entschieden, uns von diesem Spiel zu trennen. Neue Herausforderungen warten auf uns.

Grand Austria Hotel (2015)

4 / 6

Spieler: 2-4 | Spielzeit: 60-120 Min | ab 12 Jahre

Pharaon

In Pharaon versuchen die Spielenden, die Gunst der Götter zu erreichen. Dabei müssen sie auf einem zentralen Spielfeld, mit drehendem Rad der Zeit, Ressourcen einsetzen, um verschiedene Aktionen zu triggern. Diese bringen dann neue, mehr oder andere Ressourcen. Oder man bekommt Beamten- / Handwerker-Karten, welche einem dauerhaften Vorteil bringen.

Das Spielfeld ist modular aufgebaut, aus fünf Teilstücken, welche bei jedem Spiel zufällig zu einem Kreis zusammengesetzt werden. Das zentrale Rad der Zeit in der Mitte verändert zudem die Zugangskosten für die Spielbereiche in jeder Runde.

Alles in allem ist Pharaon ein grundsolides Kennerspiel, was Spaß macht und auch zu fünft spielbar ist. Wer auf Ressourcen-Management steht und ein Spiel mit recht einfach zu lernenden Regeln sucht, welches viel Planung der Spielzüge mitbringt, macht hier sicherlich nichts verkehrt

Pharaon (2019)

3 / 6

Spieler: 1-5 | Spielzeit: 30-75 Min | ab 12 Jahre

Dorfromantik

Herr Tommi liebt Dorfromantik als Computerspiel. Daher mussten wir auf der Messe in Essen zuschlagen, als es dort angeboten wurde. Und ja, die Brettspiel-Umsetzung ist wirklich gelungen und transportiert das Spielgefühl des Originals hervorragend. Jetzt kommt aber das große Aber, es ist nun mal ein Plättchenlegespiel. Und damit ist es bei Frau Melli raus, auch wenn sie es wirklich versucht hat. Es ist einfach nicht ihr Ding.

Jetzt könnte Herr Tommi das Spiel natürlich Solo spielen, denn das funktioniert mit Dorfromantik fantastisch. Nur ganz ehrlich, dann setzt er sich lieber an den PC und spielt es dort eine Runde.

Daher geben wir es wieder ab, machen Platz im Spielregal für neue Einkäufe, die schon auf dem Weg zu uns sind.

Dorfromantik (2022)

4 / 6

Spieler: 1-6 | Spielzeit: 30-60 Min | ab 8 Jahre

Diese Bewertungen der Spiele sind unsere subjektive Einschätzung. In Summe bewerten wir hier unsere Eindrücke über die Spielidee, die Mechanik, die Anleitung, das Material, den Wiederspielwert, die Optik, die Spielbarkeit zu zweit und wie es uns gefällt.

6: Spiel für die einsame Insel | 5: Spielen wir regelmäßig | 4: Spielen wir gelegentlich | 3: Spiel holt uns nicht ab | 2: Gar nicht unser Spiel | 1: Das ist ein Spiel?

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker. Daher gibt es hier auch keine Bewertung der Spiele mit Sternchen oder Noten.

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

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