Brettspiel-Mechaniken, die wir nicht mögen

Veröffentlicht: 08. November 2022

Autor: Herr Tommi

In den letzten Jahren haben wir sehr viele Brettspiele gespielt und dabei auch eine Menge gelernt. Beispielsweise, welche Spielmechaniken oder Genres wir überhaupt nicht mögen. Viele sind es nicht, diese umschiffen wir aber beim Einkauf von neuen Spielen. Und natürlich interessiert uns auch Eure Meinung? Bei welchen Spielmechaniken winkt Ihr dankend ab?

Erst mal offen für Alles

Zu Beginn unseres Brettspielwiedereinstieges (das Wort lassen wir uns patentieren) haben wir erst mal alles an Spielen gekauft und ausprobiert, was nicht bei drei auf dem Baum war. Es gab nach der langen Pause vom Spielen so viele Dinge neu zu entdecken, dass wir da sehr offen ran gegangen sind. Im Laufe der Zeit zeigte sich aber, dass gewissen Spielmechanismen so gar nicht unser Ding sind. Heute meiden wir diese Spiele, wenn diese Begriffe in der Spielbeschreibung auftauchen. Zumindest, wenn sie der Hauptmechanismus eines Spiels sind. So als Nebeneffekt, als kleiner Teil des Ganzen, können wir mit einzelnen Dingen noch leben.

&Write Spiele

Wir mögen keine &Write-Spiele. Also alles, wo man Würfel wirft oder Karten zieht, um dann anschließend auf einem Block irgendwelche Dinge wegzustreichen, zu malen, anzukreuzen oder sonst was. Daher haben reine Roll&Write oder Flip&Write Spiele es bei uns sehr schwer. Ausprobiert haben wir in dem Bereich Welcome to Las Vegas, Würfelwelten, Railroad Inc, Metro X, alle haben uns wieder verlassen. Man kann also nicht sagen, wir hättes es nicht versucht. Einzige Ausnahme ist Flipper-Mania. Das ist ganz witzig, weil es das Flipper-Feeling ganz gut rüberbringt. Aber auch das haben wir seit über einem Jahr nicht mehr gespielt.

Wir lassen von diesem Mechanismus einfach die Finger, und solche Klopper wie Hadrian’s Wall oder Twilight Inscription kommen überhaupt nicht infrage für uns.

Exit-Games

Kurz: Da sind wir zu doof zu! Oder vielleicht fehlt uns einfach das Verständnis für diese Spiele? Oder wir sind zu alt dafür? Irgendwas wird es sein. Aber uns gefallen diese Spiele gar nicht. Wir haben auch hier einige ausprobiert. Von Unlock über die Exit-Serie von Kosmos bis hin zur Adventure-Serie, ebenfalls von Kosmos. Irgendwie werden wir mit den Spielen nicht so richtig warm.  Manche haben uns ein wenig besser gefallen, andere haben wir sogar abgebrochen, weil wir beide keinen Spaß daran hatten. Aber bei keinem der Spiele haben wir am Ende da gesessen und gesagt: »Boah, klasse, lass uns das nächste kaufen.« Wir waren eher immer wieder froh, wenn es vorbei war.

Kampagnen-Spiele

Kampagnen-Spiele nehmen hier eine Sonderstellung ein. Es ist gar nicht so, dass wir Kampagnen-Spiele doof finden oder nicht mögen. Das Problem ist eher, uns fehlt die Zeit und die Lust, uns durch eine längere Story zu spielen. Wir haben so viele schöne Spiele, da wollen wir ungern regelmäßig das gleiche Spiel auf den Tisch bringen, um eine Geschichte wegzuspielen.

Das beste Beispiel ist vermutlich Gloomhaven. Wir finden das Spiel richtig klasse und es hat uns auch sehr viel Spaß gemacht. Aber aktuell steht »Die Pranken des Löwen« hier seit einem Jahr im Regal und sammelt Staub. Wenn wir es nun wieder spielen wollten, keiner von uns wüsste noch, wie weit die Story war, was der Grund für die nächste Mission wäre oder warum wir überhaupt welchen Charakter wie weit gelevelt hatten. Daher wird das Spiel auch bald hier ausziehen.

Ähnlich geht es uns mit Scythe und der Erweiterung »Aufstieg der Fenris«. In einem Jahr haben wir immerhin schon ein Kapitel aus der Story geschafft. Dabei hat die Story nur wenige Kapitel. Nur seitdem wir die Erweiterung ins Spiel genommen haben, war auch die Lust weg, das tolle Spiel zu spielen. Sonst haben wir es einfach aufgebaut, eine tolle Runde gespielt, dann wieder weggepackt und gut war. Jetzt musste erst mal eine Story lesen, neue Aktionen oder Regeln lernen, das schreckt uns ab.

Daher meiden wir aktuell den Kauf von Spiele, die auch nur ansatzweise eine Story oder Kampagnen beinhalten. Darunter fallen für uns auch Legacy-Spiele. Dabei haben uns die Pandemic-Legacy-Spiele ins Brettspiel-Hobby zurückgeholt und wir haben alle drei Versionen nacheinander weggespielt.

Extrem konfrontative Spiele

Ein absolutes NoGo bei uns sind extrem konfrontative Spiele. Wir spielen gerne gegeneinander, wir haben auch nichts gehen die ein oder andere Schlacht, wie in Scythe oder in Star Wars Rebellion. Das ist in Ordnung, damit können wir gut leben.

Spiele, deren Hauptmechanismus es ist, dem Gegner pausenlos einen über die Mütze zu ziehen, sind allerdings gar nicht unser Ding. Das gilt gar nicht nur für den Kampf als solches. Auch Spiele, wo man pausenlos den Gegner blockieren, ärgern oder sonst wie bekämpfen muss, sind nicht unser Ding. Wie zuvor erwähnt, wir treten gerne in einen gegenseitigen Wettkampf ein, aber nicht in einen Kampf gegeneinander und das dann über mehrere Stunden.

Aber auch bei kooperativen Spielen ist Kämpfen als Hauptmechanismus nicht unbedingt unser Ding. Zombicide ist bei uns schnell wieder ausgezogen und Aeons End, ein eigentlich tolles Spiel, kommt hier nur sporadisch auf den Tisch.

Ausnahmen gibt es wenige

Wie zuvor erwähnt, die oben genannten Mechaniken umfahren wir beim Kauf von Spielen. Gelegentlich gibt es aber mal kleine Ausnahmen, die dann bei uns landen. Das letzte war die Erweiterung »Das Orakel« für Merchants Cove. Der Charakter spielt sich als Roll&Write, das haben wir vorher nicht gesehen. Aber, hier ist es nur ein kleiner Teil-Mechanismus des Spiels, den man auch nicht in jeder Partie spielen muss. Und mit Knochen und Voodoo-Puppen zu würfeln, okay, das ist dann die berühmte Ausnahme, die Spaß macht.

Übrigens, dass wir diese Mechaniken nicht mögen, hat nichts mit deren Qualität zu tun. Gerade der Erfolg von Write- und Exitspielen spricht ja eine klare Sprache. Diese Mechaniken kommen bei vielen Spielenden richtig gut an.

Wie sieht das bei Euch aus? Gibt es Spielmechaniken, die Euch gar nicht gefallen? Lasst uns gerne einen Kommentar dazu hier.

Danke für das Lesen des Beitrages.

Hinweis: Wenn wir über Spiele berichten, das sind das subjektive (Erst-)Eindrücke, die wir von dem Spiel gesammelt haben. Wir sehen uns nicht als Spielkritiker. Daher gibt es hier auch keine Bewertung der Spiele mit Sternchen oder Noten.

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

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2 Kommentare

  1. inka 8. November 2022 um 17:23 - Antworten

    Ich lieb ja Eure Spiele-Posts. Komme leider viel zu selten mangels Spieleteilnehmer:innen dazu, würde aber gerne sehr sehr viel mehr spielen.
    Vieles kenne ich daher natürlich nicht so. Aber total d’accord gehe ich mit den konfrontativen Spielen. Ich hab die Jungs hier neulich wenigstens mal wieder zu Dominion überreden können, aber der Jüngste wollte natürlich unbedingt die fiesen Karten aufd Deck holen. Dann finde ich das Spiel gleich wieder anstrengend. Das fängt bei mir schon bei Phase 10 an, wo ich die Aussetzen-Karten total blöde finde. Also Wettkampf ja, unbedingt, mag ich sehr gerne, aber nicht, wenns so fies wird, das finde ich lästig. Ist eigentlich wie in Diskussionen. ;))
    LG /inka

    • Thomas 8. November 2022 um 17:41 - Antworten

      Hi Inka,

      wir sind so froh, dass wir zu zweit dieses Hobby für uns entdeckt haben. Dass es so eskaliert ist, nach unserem Video-Meeting seinerzeit, konnte ja keiner ahnen. :-)

      Das mit dem „fies“ ist ein gutes Stichwort. Wettkampf ja, auch mal eine Schlacht, wenn es zum Spiel passt. Aber eben nicht fies, um einen Mitspieler, der vielleicht schon mies dasteht, noch weiter zu schwächen oder einfach aus Jux. Inzwischen haben wir ja eine kleine Spielerunde, wo so etwas nicht vorkommt und bei uns beiden ohnehin nicht.

      LG Thomas

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